Johannes-Passion

Die PASSIO SECUNDUM JOHANNEM

zählt zu Bachs bedeutendsten Werken und gilt als einer der wichtigsten abendländischen Kulturbeiträge überhaupt. mehr

DAS LIBRETTO

Die Johannes-Passion gehört der Gattung der Oratorischen Passion an, und  vereint heterogene Textgattungen: Grundlegend ist der Text der Kapitel 18 und 19 des Johannes-Evangeliums, der sich in die epische Berichterstattung des Evangelisten und die dramatischen Wechselreden der Soliloquenten (in direkter Rede sprechenden Personen, z. B. Jesus, Pilatus) wie der Volksmenge unterteilt, und sich von den analogen Berichten der Synoptiker – also den Autoren der ersten drei Bücher des Neuen Testaments – deutlich unterscheiden lässt. mehr

DIE SOLO-GESÄNGE

Die vokalsolistischen Nummern gliedern sich in die die Handlung fortspinnenden, oft hochdramatischen Rezitative und die kontemplativ innehaltenden Arien.mehr

DIE CHORSÄTZE

Mit zwei gewaltigen Chören, 14 Turbachören, 11 Choralsätzen und der Beteiligung an zwei Arien wird dem Chor eine tragende Rolle zugedacht. Im Gegensatz zu denen der Matthäus-Passion sind die Turbasätze, mit denen der Chor die Rolle der Massen übernimmt, von ausladendem Umfang und ungekannt zugespitzter, Bachs eigene Ästhetik geradezu überwindender Tonsprache. mehr

Die eklektische Auswahl ist rein pragmatischer Natur. Jeder Satz des Werks ist sui generis und von engstem Wort-Tonverhältnis, und zeugt von Bachs höchster Kunstfertigkeit – sei es die Darstellung der Hammerschläge im Chor »Kreuzige«, die spottenden Oboen in »Sei gegrüßet, lieber Jüdenkönig«, das mit zahlreichen Überbindungen realisierte rhythmische-metrische Vexier der Arie »Von den Stricken meiner Sünden«, die Wahl der dogmatisch anmutenden Fugenform in »Wir haben ein Gesetz«, harmonische Wendungen in den Choralsätzen oder singuläre Details, wie die zwei energischen Streicher-Auftakte bei dem Wort »flieht« in der Arie »Eilt, ihr angefochtnen Seelen«.

Markus Schönewolf – schoenewolf.com