St. Peter am Kammersberg

Baujahr: 2005
Orgelbauer: L.F.M. Verschueren III
Manuale: 2
Register: 15
Registratur: mechanisch
Traktur: mechanisch
Windladensystem: Schleifladen, mehrfaltiger Keilbalg
Stimmung:
Bach-Kellner

DSCF0014

Disposition

Hauptwerk (II) (54T)
Principal 8′
Hohlflöte 8′
Octav 4′
Quint 3′
Superoctav 2′
Mixtur 3-4 fach
Trompete 8′

Positiv (I) (54T)
Gedackt 8′ B/D
Flaut 4′
Flaut Travers 8′ Disk
Octav 2′
Sesquialter 2-fach

Pedal (30T)
Subbass 16′
Octav 8′ (C-H Transmission mit Nr. 1)
Trompete 8′ (Transmission mit Nr. 7)

Koppeln: Pedal + Hauptwerk / Pedal + Positiv / Hauptwerk + Positiv (Schiebekoppel)

Tremulant fürs ganze Werk

Zusammenstellung Mixtur:
C 1 – 2/3 – 1/2
c° 2 – 1 1/3 – 1 – 2/3
c1 2 2/3 – 2 – 1 1/3 – 1
c2 4 – 2 2/3 – 2 – 1 1/3
c3 4 – 2 2/3 – 2 – 2d

Zusammenstellung Sesquialter
C 2 2/3* – 1 3/5
*C-H gedeckt mit Rohren

Das Instrument wurde in den Jahren 2004 /2005 gebaut. Als Orientierungsbeispiel dienten sowohl in der Bauweise als auch in der Intonation das musikalische Zeitempfinden und die Orgeltradition des mittleren 18. Jahrhunderts.
Diese neue Orgel ist keine Kopie historischer Beispiele sondern ein Instrument des 21. Jahrhunderts. Sie basiert auf den Errungenschaften von historisch künstlerisch-handwerklichen Traditionen und folgt u. a. früher gebauten Verschueren Orgeln in Roggel (Nl), Kempen (D), Averbode (B), Breitenwang (A).
Die Asymmetrie als Vorgabe des Bundesdenkmalamtes inspirierte uns zu einer Formgestaltung, die die historische Umgebung nicht stört, sondern zurückhaltend bereichert. Die Disposition und die Klangpalette der Orgel basieren auf historischen Prinzipien, wobei u. a. der Rheinländische Orgelbau aus der Mitte des 18. Jh. als Inspirationsquelle diente.
Das Metall für die Orgelpfeifen wurde auf klassische, handwerkliche Weise auf Stärke gegossen und anschließend nur manuell nachbehandelt. Dies ist ein Arbeitsvorgang, wie er im mittleren 18. Jh. üblich war. Die Metallplatten sind dank dieser Gießmethode nach oben auf natürliche Weise ausgedünnt. Dieser Arbeitsvorgang, der seit mehr als 10 Jahren bei uns strukturell angewendet wird, wird nicht wegen seiner „altmodischen“ oder „historischen“ Arbeitsweise durchgeführt, sondern wegen der wesentlichen Qualitätssteigerung des Orgelklanges. Alle Metallpfeifen wurden aus einer Legierung von etwa 90% Blei und 10% Zinn angefertigt. Die offenen Metallpfeifen sind auf Ton geschnitten. Die Prospektpfeifen haben keine Stimmvorrichtungen, wo nötig, wurden in der Rückseite „Eier“ eingeschnitten. Die gedeckten Pfeifen haben zugelötete Oberseiten.
Bei der Gestaltung der Windversorgung gingen wir davon aus, dass das Instrument einen ruhig atmenden Wind benötigt. Aus diesem Grund haben wir einen mehrfaltigen Keilbalg gebaut. Die Mechanik wurde so angefertigt und reguliert, dass sie einen wesentlichen Beitrag zum musikalischen Orgelspiel liefert. Die Intonation ist auf klassische Weise realisiert worden. Auch dadurch wird sich in den kommenden Jahren der Orgelklang weiterentwickeln.

L.F.M. Verschueren III
Heythuysen, Juni 2005