Chor.Orgel.Werk 2021

Georg Friedrich Händel: MESSIAH

Leitung: Matthias Unterkofler

Über das Werk

G. F. HÄNDEL – MESSIAH
Georg Friedrich Händels Oratorium Messiah ist aus dem Kanon der westlichen Sakralmusik nicht wegzudenken. Als Grundlage diente das Libretto des Briten Charles Jennens, der schon den Text für Händels Oratorium Saul verfasst hatte und den Text des Messiah aus Bibelstellen aus dem Alten und Neuen Testament in der Übersetzung der King-James-Bibel zusammenstellte.
Zeitgenossen berichten, wie beseelt Händel, der an den Folgen eines Schlaganfalls litt und in letzter Zeit kaum künstlerische Erfolge verzeichnet hatte, während der Komposition war, die er im Spätsommer 1741 innerhalb von nur 22 Tagen fertigstellte: „Ich glaubte den Himmel offen und den Schöpfer aller Dinge selbst zu sehen“, soll er ausgerufen haben, als er sein weltbekanntes Hallelujah schrieb. Für Stefan Zweig zählt diese Episode zu den Sternstunden der Menschheit, wie er sie in seiner gleichnamigen Sammlung historischer Miniaturen schildert.
Uraufgeführt wurde das Werk 1742 im Rahmen eines Benefizkonzertes in Dublin, das so großen Anklang fand, dass der Veranstalter verlautbaren ließ, die Damen mögen ohne Reifrock und die Herren ohne Degen zum Konzert kommen, damit mehr Personen im Konzertsaal Platz finden könnten. Der gesamte Erlös wurde wohltätigen Zwecken zugeführt – Händel weigerte sich trotz seiner angespannten finanziellen Lage, Geld dafür anzunehmen. Die Besetzung bestand aus ungefähr 30 Sängern. Im Laufe der Zeit nahm Händel selbst mehrfach kompositorische Änderungen vor, um sein Werk an die Fähigkeiten der Solisten und die lokalen Gegebenheiten anzupassen, weshalb der Messiah heute in unterschiedlichen Fassungen vorliegt.
Zu den bekanntesten Bearbeitungen zählt jene von Wolfgang Amadeus Mozart, die im Jahr 1789 nach der deutschen Textfassung von Christoph Daniel Ebeling unter dem Titel Der Messias uraufgeführt wurde.
Die hier zur Aufführung kommende „Neuedition des Messiah für das 21.Jahrhundert“ , der Messiah 1741 basiert vor allem auf den ersten beiden Abschriften des Werkes: Händels Kompositionspartitur und deren erste Abschrift. Das Werk ist in drei Teile gegliedert. Im ersten Teil bereiten feierliche Chorklänge und jubilierenden Arien auf das Kommen des Messias vor, das im Chor For unto us a Child is born verkündet wird. Im zweiten Teil steht erst Christi Passion im Zentrum, auf die im Chor Behold the Lamb of God vorbereitet wird und die im Rezitativ He was cut off out of the Land ihren Höhepunkt findet, bevor die Auferstehung mit dem berühmten Hallelujah ihre Krönung findet. Der dritte Teil ist der Erlösung durch Gott gewidmet: Durch Christi Tod dürfen wir auf das ewige Leben hoffen, wofür im Chor Worthy is the Lamb gedankt wird, bevor das Oratorium in eine zart beginnende Amen-Fuge mündet, die sich zu einem gewaltigen Finale voller Dankbarkeit steigert.

Matthias Unterkofler - Leitung

Geboren 1978 in Graz, lernte er zuerst Klavier, dann Orgel. Das Studium der evangelischen und katholischen Kirchenmusik an der Kunstuniversität Graz schloss er mit Auszeichnung ab, ebenso das Studium Instrumentalpädagogik Orgel.

2000–2003 Leiter des Kirchenchores am Weizberg, 2001–2002 Leiter der Grazer Evangelischen Kantorei, 2002–2008 Leiter des Musikschulorchesters Weiz. 2001–2016 Leiter des Kammerchores Schielleiten, seit 2004 Leiter des Grazer Universitätschores. 2003 Gründung der Grazer Kapellknaben. Seit 2016 Kirchenmusiker in Graz Herz-Jesu. Künstlerischer Leiter der Internationalen Kammermusiktage Raumberg und des Kultursommers St. Peter am Kammersberg, 2009–2013 musikal. Leiter der Operettenschlossfestspiele Stadl.

Zu seinem dirigierten Repertoire zählen Oratorien, Orchesterwerke und Chorwerke von J. S. Bach: Matthäus-Passion, Messe in h-Moll, Weihnachtsoratorium, Motetten, Kantaten; W. A. Mozart: Zauberflöte (Querschnitt), Messe in c-moll, Requiem, Davide penitente, Symphonien, Messen; J. Haydn: Die Schöpfung, Die Jahreszeiten, Stabat Mater, Die sieben Worte, Symphonien, Messen; G. F. Händel: Messias, Judas Maccabäus, Samson, Ode for St. Cecilia’s Day; F. Mendelssohn: Lobgesang, Paulus, Elias; F. Schubert: 5. und 7. Symphonie; J. Brahms: Requiem; A. Dvorak: Te Deum, Stabat Mater, Messe in D-Dur; P. I. Tschaikowsky: Schwanensee- Suite; E. Grieg: Peer-Gynt-Suite; L. v. Beethoven: 3. Klavierkonzert; A. Honegger: König David; R. Benatzky: Im weißen Rössl; E. Künneke: Der Vetter aus Dingsda; C. Zeller: Der Vogelhändler; J. Strauß: Die Fledermaus; M. Bruch: Moses.

Jurorentätigkeiten bei Chor- und Gesangswettbewerben.