Einige Glaubenssätze über das Walten Gottes in der Geschichte Dietrich Bonhoeffer Nach zehn Jahren: Rechenschaft an der Wende zum Jahr 1943 (aus: Widerstand und Ergebung, Gütersloh 1983)

Ich glaube,

dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten,

Gutes entstehen lassen kann und will.

Dafür braucht er Menschen,

die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.

 

Ich glaube,

dass Gott uns in jeder Notlage so viel Widerstandskraft geben will,

wie wir brauchen.

Aber er gibt sie nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst,

sondern allein auf ihn verlassen.

In solchem Glauben müsste alle Angst

vor der Zukunft überwunden sein.

 

Ich glaube,

dass auch unsere Fehler und Irrtümer

nicht vergeblich sind,

und dass es Gott nicht schwerer ist,

mit ihnen fertig zu werden,

als mit unseren vermeintlichen Guttaten.

 

Ich glaube,

dass Gott kein zeitloses Schicksal ist,

sondern dass er auf aufrichtige Gebete

und verantwortliche Taten wartet und antwortet.