Chor.Orgel.Werk 2027
STABAT MATER
Dvořák war ab Februar 1874 Organist an der Kirche St. Adalbert in Prag,[1] die für ihre Kirchenmusik bekannt war. Deren Leiter war Regens chori Josef Foerster, der sich 1873 dem Cäcilianismus angeschlossen hatte, und anstelle von Orchestermessen Werke für Chor a cappella oder mit Orgelbegleitung bevorzugte. Dvořák sah diese Bestrebungen kritisch; und er könnte sich herausgefordert gefühlt haben, die Möglichkeiten von Textdeutung mit orchestralen Mitteln zu demonstrieren.[2] Er begann die Vertonung des Stabat mater 1876, ein halbes Jahr nach dem Tod seiner Tochter Josefa, die am 21. August 1875 zwei Tage nach ihrer Geburt gestorben war.[1]
Stabat Mater war sein erstes kirchenmusikalisches Werk, abgesehen von Kompositionen während der Studienzeit, darunter zwei verschollenen Messen.[2] Es war auch die erste Komposition, die er ohne Auftrag aus freiem Antrieb begann.[2] Er schrieb einen Entwurf mit Klavierbegleitung zwischen dem 19. Februar 1876 und dem 7. Mai des Jahres, der die Sätze 1–4 und 8–10 des endgültigen Werks enthielt.[1] Er brach die Arbeit ab, um Auftragskompositionen fertigzustellen.[1] Er nahm sie wieder auf, als im August 1877 zwei weitere seiner Kinder in kurzem Abstand starben, die elf Monate alte Tochter Ružena an einer Vergiftung und der dreijährige Sohn Otakar an Pocken. Damit waren Dvořák und seine Frau zunächst kinderlos; erst später wurden weitere Kinder geboren. In seiner Trauer fand Dvořák Trost in der Arbeit am Stabat Mater, das die Gottesmutter Maria in ihrem Schmerz um ihren gekreuzigten Sohn zum Inhalt hat. Dvořák vollendete die Partitur am 13. November 1877.[1]
Die erste Aufführung fand am 23. Dezember 1880 in Prag statt, geleitet von Adolf Čech,[1] mit den Solisten Eleonora Ehrenberg, Betty Fibich, Antonín Vávra und Karel Čech. Am 2. April 1882 leitete Leoš Janáček eine Aufführung des Werkes in Brünn. Es wurde auch in Budapest und London gegeben.[2] Eine Aufführung in der Royal Albert Hall, die der Komponist dirigierte, machte ihn international bekannt.[1]
Auf Empfehlung von Johannes Brahms gab der Bonner Musikverleger Fritz Simrock das Werk als Dvořáks Opus 58 heraus – Dvořák selbst zählte das Stabat Mater ursprünglich als sein Opus 28.[1][2] Stabat Mater, die erste geistliche Komposition Dvořáks, wurde gefolgt von seiner Messe in D-Dur, Op. 86, dem Requiem, Op. 89, und Te Deum, Op. 103. Stabat Mater blieb, zusammen mit seiner 9. Sinfonie und den Slawischen Tänzen, eines seiner beliebtesten Werke, das häufig aufgeführt und eingespielt wird.[1]
(Quelle: Wikipedia)

Matthias Unterkofler - Leitung
Geboren 1978 in Graz, lernte er zuerst Klavier, dann Orgel. Das Studium der evangelischen und katholischen Kirchenmusik an der Kunstuniversität Graz schloss er mit Auszeichnung ab, ebenso das Studium Instrumentalpädagogik Orgel.
2000–2003 Leiter des Kirchenchores am Weizberg, 2001–2002 Leiter der Grazer Evangelischen Kantorei, 2002–2008 Leiter des Musikschulorchesters Weiz. 2001–2016 Leiter des Kammerchores Schielleiten, seit 2004 Leiter des Grazer Universitätschores. 2003 Gründung der Grazer Kapellknaben. Seit 2016 Kirchenmusiker in Graz Herz-Jesu. Künstlerischer Leiter der Internationalen Kammermusiktage Raumberg und des Kultursommers St. Peter am Kammersberg, 2009–2013 musikal. Leiter der Operettenschlossfestspiele Stadl.
Zu seinem dirigierten Repertoire zählen Oratorien, Orchesterwerke und Chorwerke von J. S. Bach: Matthäus-Passion, Messe in h-Moll, Weihnachtsoratorium, Motetten, Kantaten; W. A. Mozart: Zauberflöte (Querschnitt), Messe in c-moll, Requiem, Davide penitente, Symphonien, Messen; J. Haydn: Die Schöpfung, Die Jahreszeiten, Stabat Mater, Die sieben Worte, Symphonien, Messen; G. F. Händel: Messias, Judas Maccabäus, Samson, Ode for St. Cecilia’s Day; F. Mendelssohn: Lobgesang, Paulus, Elias; F. Schubert: 5. und 7. Symphonie; J. Brahms: Requiem; A. Dvorak: Te Deum, Stabat Mater, Messe in D-Dur; P. I. Tschaikowsky: Schwanensee- Suite; E. Grieg: Peer-Gynt-Suite; L. v. Beethoven: 3. Klavierkonzert; A. Honegger: König David; R. Benatzky: Im weißen Rössl; E. Künneke: Der Vetter aus Dingsda; C. Zeller: Der Vogelhändler; J. Strauß: Die Fledermaus; M. Bruch: Moses.
Jurorentätigkeiten bei Chor- und Gesangswettbewerben.
